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Nandi Devar

Nandi Devar

Zurück zur Normalität?

Was ist überhaupt normal?
Eine Krise ist ein Ausnahmezustand. Und jeder wünscht sich, dass er aufhört. Warum? Weil eine Ausnahme immer abweicht von der Normalität, von dem, wie es sonst ist, von dem was wir kennen.

Und was gibt uns die Normalität? Sicherheit!

Es geht also bei der Bewältigung von Krisen und Ausnahmezuständen grundsätzlich immer um das Wiederherstellen von Sicherheit, die man vermeintlich verloren hat. Wäre sie da, gäbe es keine Krise. Oder würdest du jemals sagen, dass du in einer Krise bist, wenn du dich komplett sicher fühlst? Bestimmt nicht, denn Sicherheit gibt dir unter anderem Ruhe, Kraft und Zuversicht. Eine Krise hingegen bringt dir eher Unsicherheit und Angst.

Aber worin findest du Sicherheit wirklich? Stell dir vor, Sicherheit müsste man nicht herstellen, erlangen oder sich verdienen. Sie wäre immer da. Wäre das nicht eine Erlösung? Wo diese Sicherheit meiner Erfahrung nach zu finden ist und wo nicht, das möchte ich hier mit dir teilen.

Ist Sicherheit sicher?
Wenn ich dich frage: «Was gibt dir in deinem Leben Sicherheit?» Welche Worte hörst du da als erstes in deinem Kopf? Z.B. «mein Job, meine Beziehung, meine Familie, meine Wohnung, mein Geld? Oder der Körper? Wenn er gesund ist und funktioniert, gibt das doch Sicherheit?»

Aber wie stabil ist der Körper wirklich? Ist er nicht ständig im «Ausnahmezustand», also im Wechsel von Zuständen und damit in keiner Normalität? Es ist ihm zu heiss, zu kalt, zu trocken, er ist hungrig, dann zu satt, dann hatte er zu viel Bewegung oder zu wenig. Ständig müssen wir für Ausgleich im Körper sorgen, wenn das Gleichgewicht der Kräfte gestört wird. Das heisst die Regelmässigkeit stabiler Körperfunktionen ist enormen Schwankungen unterworfen. Es gibt also im physischen Körper keine absolute Regelmässigkeit und damit Sicherheit. Und somit auch keine Normalität, denn dieser Begriff entstammt dem Lateinischen «Norma» und bedeutet «Regel».

Fragen
Wie ist es mit geistiger Stabilität oder emotionaler Stabilität? Wie lange kannst du eine positive geistige Haltung im täglichen Tagesablauf aufrechterhalten? Wie sehr setzen dich der Zwang genug Geld zu verdienen und zu überleben unter Druck? Wie lange bist du ausgeglichen, bevor du dich über etwas aufregst oder Angst vor jemandem hast? Wie lange kannst du dich auf ein Gefühl verlassen? Ein paar Sekunden, Minuten oder Tage?

Sicherheit ist Stabilität ist Unveränderlichkeit
Wenn wir also Sicherheit suchen, suchen wir Stabilität. Etwas, das sich nicht ändert. Wir wünschen uns geistige Stabilität, emotionale Stabilität, körperliche Stabilität. Aber wir verlieren diese Stabilität und damit unsere Normalität unweigerlich, immer wieder. In dieser Welt, in den Dingen und Menschen, in Emotionen und Gedanken ist Sicherheit und Stabilität nicht zu finden. Es liegt nicht in ihrer Natur stabil zu sein, es liegt in ihrer Natur, sich zu verändern. Jeder Sonnenuntergang, so wunderschön er auch ist, vergeht. Und das vor deinen Augen, in wenigen Minuten! Was allerdings übrigbleiben kann, ist die romantische Idee eines Augenblicks und der Schmerz, dass er nicht mehr ist.

Jeder Tag ist ein Ausnahmezustand
Wir leben also schon im Ausnahmezustand (in dem sich alles verändert), auch wenn uns das oft nicht (mehr) richtig auffällt, solange alles gut läuft und wir diese kleineren Schwankungen der Welt mal mehr oder weniger abfangen können. Aber wenn sich viele Lebensumstände auf einmal ändern, wenn dir etwas genommen wird, das dir wichtig ist und du dich deiner Hilflosigkeit, Trauer oder Angst stellen musst, dann merkst du plötzlich sehr schmerzhaft, dass nichts sicher ist. Alles kann sich von heute auf morgen ändern und uns aus unserer Stabilität und Sicherheit katapultieren.

Du sehnst dich nach der Kontrolle von Lebensumständen? Schau dir einen Film an!
Jetzt kommt eine vielleicht etwas überraschende Aussage: Filme können uns in einen Zustand versetzen, der uns vorgaukelt, dass wir sicher sind. Achte beim nächsten Filmabend mal darauf, was mit dir passiert, wenn du zum Beispiel einen Katastrophenfilm oder einen Krimi schaust, der ja letztendlich auch eine menschliche Katastrophe darstellt. Inhaltlich gesehen besteht der Film ja eher aus etwas, was wir in unserem Leben nicht wirklich wollen: nämlich Krisen. Grosse Krisen! Die Welt geht unter, Menschen werden ermordet, Kriege geführt. Alles Beispiele dafür, dass die Normalität durch Chaos verdrängt wird. Alles wird unberechenbar. Aber genau deshalb sehen wir uns diese düsteren Filme gerne an. Denn: in der Regel findet der Protagonist einen Weg aus dem Chaos. Er löst einen Mord, rettet die Welt, überlebt eine Naturkatastrophe etc. Und das ist die Botschaft, die bei uns ankommt. Wenn wir zuschauen können, wie jemand eine Krise überlebt, können wir das auch. Wenn es der Held im Film geschafft hat, können wir das auch.

Der Zeuge sein
Doch Zeuge von Chaos und Katastrophe zu sein birgt noch einen tieferen Zusammenhang in sich. Zu sehen wie das Chaos kontrolliert wird, wiegt uns in Sicherheit. Das ist das wohlige Gefühl bei Katastrophenfilmen: Ich bin nur der Zuschauer, ich bin der Zeuge, ich bin sicher. Ich als Wahrnehmender des Chaos bin sicher. Das erinnert uns eigentlich an eine höchste, zeitlose Instanz in uns: An den Beobachter, den Zeugen. Und somit an unser Bewusstsein selbst. Von dort aus erleben wir die Kraft unserer eigenen Existenz, die uns Sicherheit erleben lässt.

Die Macht der Miniaturisierung
Natürlich können wir vieles nicht zu 100% kontrollieren, unsere Gesundheit nicht, unseren Körper nicht und vieles mehr. Wir können höchstens positiv mitwirken. Aber das ist die Macht und Magie von Geschichten. Indem wir in eine miniaturisierte Welt schauen, in einen Ausschnitt aus einem Leben, werden wir als Zuschauer dadurch viel grösser als dieser Ausschnitt.

Der Frieden in dir
Der Zuschauer ist also der Zeuge des Wahrgenommenen. Weil uns als Zuschauer bewusst wird, dass wir nicht der gesehene Ausnahmezustand sind, können wir die Ruhe, den Frieden und die Sicherheit wahrnehmen, die den Zeugen in uns ausmacht. Es ist also nicht die Identifikation mit dem Körper, mit dem Gesehenen und Gefühlten, das dir Sicherheit bringt. Es ist der Zeuge, dein ursprüngliches Gewahrsein, das deine Gedanken, Gefühle und auch den Körper bezeugt. Hier findest du Kraft, Sicherheit und Rückhalt, wirklich und dauerhaft. Das ist die Kraft des Bewusstseins.

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Wer ist Nandi Devar?
Hier erfährst du mehr über ihn: https://www.nandidevar.com/nandidevar/

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